Der internationale Streamingmarkt steht möglicherweise vor einer weiteren großen Konsolidierung. Nach der geplanten Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance könnte ein neuer gemeinsamer Streamingdienst entstehen, der Paramount+ und HBO Max zusammenführt. Branchenbeobachter sehen darin einen strategischen Schritt, um dem dominierenden Anbieter Netflix stärker Konkurrenz zu machen.
Geplante Zusammenlegung von Paramount+ und HBO Max
Paramount plant, seine Streamingplattform Paramount+ mit HBO Max zu einem gemeinsamen Dienst zu verschmelzen. Das bestätigte Paramount-CEO David Ellison am Montag während einer Investorenkonferenz.
Nach Ellisons Angaben würde die kombinierte Plattform mehr als 200 Millionen Abonnenten weltweit erreichen und damit zu einem der größten Anbieter im Direct-to-Consumer-Geschäft (DTC) aufsteigen – also im direkten Vertrieb von Medieninhalten an Verbraucher ohne klassische Fernsehanbieter.
„Wir glauben, dass das kombinierte Angebot angesichts der Menge an Inhalten und unserer technischen Möglichkeiten uns in die Lage versetzen wird, mit den größten Anbietern im DTC-Bereich zu konkurrieren“, erklärte Ellison.
Noch ist allerdings unklar, wie die Integration konkret aussehen soll. Laut Berichten des US-Technologieportals Engadget steht noch nicht fest, ob die Inhalte beider Plattformen vollständig zusammengelegt werden oder ob eine der Marken als eigenständiger Bereich innerhalb des neuen Dienstes bestehen bleibt.
Auch über den künftigen Preis des kombinierten Angebots gibt es bislang keine Angaben. In den vergangenen Jahren haben viele Streaminganbieter – auch in Europa und Deutschland – ihre Abonnementpreise mehrfach erhöht, was den Wettbewerb um zahlende Kunden weiter verschärft hat.
Herausforderer für Marktführer Netflix
Der globale Streamingmarkt wird weiterhin von Netflix dominiert. Der US-Konzern hatte selbst Interesse an einer Übernahme von Warner Bros. Discovery gezeigt, zog sich jedoch in der vergangenen Woche überraschend aus dem Bieterprozess zurück.
Damit wurde der Weg für Paramount Skydance frei. Frühere Übernahmeangebote des Konzerns waren von Warner Bros. Discovery zuvor noch abgelehnt worden.
Sollte die Transaktion zustande kommen, würde ein Medienunternehmen mit einer Nettoverschuldung von rund 79 Milliarden US-Dollar entstehen, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Übernahme steht allerdings noch unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch Wettbewerbsbehörden.
Politische Verbindungen sorgen für Diskussionen
Paramount-Chef David Ellison ist der Sohn des Technologie-Milliardärs Larry Ellison, Mitgründer des Softwarekonzerns Oracle. Laut Reuters pflegt Ellison enge Beziehungen zur Administration des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump.
Einige Branchenanalysten gehen davon aus, dass diese politischen Kontakte bei regulatorischen Fragen eine Rolle spielen könnten und möglicherweise zu einer weniger strengen kartellrechtlichen Prüfung führen.
Gleichzeitig äußern Kritiker Sorgen über mögliche Auswirkungen auf die Medienvielfalt in den USA. Besonders im Fokus steht dabei der Nachrichtensender CNN, der zu Warner Bros. Discovery gehört.
Große Medienmarken unter einem Dach
Durch die Fusion würden zahlreiche bekannte Fernsehsender und Marken zusammengeführt. Auf der Seite von Paramount stehen unter anderem CBS, MTV, Comedy Central und BET. Warner Bros. Discovery bringt Sender wie CNN, TNT und Food Network in den Konzern ein.
Darüber hinaus würde das neue Unternehmen über ein umfangreiches Portfolio an erfolgreichen Film- und Serienmarken verfügen. Dazu zählen unter anderem:
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„Game of Thrones“
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„Harry Potter“
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„Mission: Impossible“
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„Top Gun“
Solche etablierten Marken gelten im Streaminggeschäft als besonders wertvoll, da sie weltweit hohe Zuschauerzahlen generieren und langfristig neue Abonnenten anziehen können.
Effizienz und stärkerer Wettbewerb im Streamingmarkt
Ellison sieht in der Zusammenlegung der klassischen Fernsehsender sowie der Streamingplattformen vor allem wirtschaftliche Vorteile.
„Durch die Zusammenführung unserer linearen Geschäftsbereiche erwarten wir einen höheren Cashflow, mehr Effizienz und eine bessere Bewältigung des Marktdrucks“, erklärte er.
Die Medienbranche befindet sich derzeit in einer Phase intensiver Umstrukturierungen. Sinkende Einnahmen im klassischen Fernsehen und steigende Produktionskosten setzen viele Unternehmen unter Druck. Gleichzeitig wächst der Wettbewerb im Streamingmarkt, in dem neben Netflix auch Anbieter wie Disney+, Amazon Prime Video und Apple TV+ um Marktanteile kämpfen.
Fazit
Sollte die geplante Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount Skydance genehmigt werden, könnte eine der größten Streamingplattformen der Welt entstehen. Mit mehr als 200 Millionen potenziellen Abonnenten und einer Vielzahl global bekannter Marken würde der neue Dienst zu einem ernsthaften Konkurrenten für Netflix – und den ohnehin dynamischen Streamingmarkt weiter verändern.

Jonas Fischer ist Autor bei bna-germany.com und berichtet über aktuelle Entwicklungen aus Deutschland und der Welt. Sein Fokus liegt auf klar verständlicher Berichterstattung zu Politik, Wirtschaft, Technologie, Sport, Unterhaltung und Gesellschaft. Er legt Wert auf gut recherchierte, leicht zugängliche Informationen, die für Leserinnen und Leser im Alltag relevant sind. Ziel seiner Beiträge ist es, komplexe Themen verständlich aufzubereiten und aktuelle Ereignisse sachlich und nachvollziehbar einzuordnen. Er schreibt objektiv und unabhängig.

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