Mit der aktuellen Radeon-Software Adrenalin 26.6.2 bringt AMD seine moderne KI-gestützte Bildskalierung FSR 4 offiziell auf Grafikkarten der RDNA-3-Generation. Besitzer einer Radeon-RX-7000-Grafikkarte erhalten damit Zugang zu einer Technologie, die bislang den neueren Modellen der RDNA-4-Serie vorbehalten war. Das Update soll sowohl die Bildqualität als auch die Leistung in unterstützten Spielen verbessern und älteren Radeon-Modellen neues Potenzial verleihen.
AMD veröffentlicht FSR 4 früher als erwartet
Die Einführung kommt überraschend früh. Ursprünglich hatte AMD angekündigt, die Unterstützung für RDNA-3-Grafikkarten erst im Juli bereitzustellen. Mit der Veröffentlichung der Radeon-Software Adrenalin 26.6.2 steht die Funktion jedoch bereits jetzt zur Verfügung.
Ein möglicher Grund für die vorgezogene Veröffentlichung dürfte eine versehentliche Freigabe entsprechender Programmbibliotheken im Umfeld einer Steam-Machine-Veröffentlichung durch Valve gewesen sein. Nutzer entdeckten die Dateien und fanden schnell Wege, FSR 4.1.1 inoffiziell auf RDNA-3-Grafikkarten zu aktivieren.
AMD entschied sich offenbar dafür, die offizielle Unterstützung vorzuziehen, anstatt erneut zuzusehen, wie die Community die Funktion vor dem Hersteller verfügbar macht.
Frühere Leaks ermöglichten bereits inoffizielle Nutzung
Bereits zuvor waren Bibliotheken von FSR 4.0.2c bekannt geworden. Dabei handelte es sich um eine Variante der Technologie, die mit RDNA-2- und RDNA-3-Grafikkarten kompatibel ist.
Durch Werkzeuge aus der Community konnten Nutzer diese Version bereits auf älteren Radeon-Generationen einsetzen. Dadurch wurde FSR 4 teilweise schon lange vor der offiziellen Freigabe nutzbar, wenn auch ohne offiziellen Support durch AMD.
Mit dem aktuellen Treiber bietet der Hersteller nun eine offiziell unterstützte Lösung, die direkt in die Radeon-Software integriert ist und keine zusätzlichen Anpassungen erfordert.
Technische Anpassungen für RDNA 3
Die für RDNA 3 entwickelte Version von FSR 4.1.1 basiert auf einer leicht vereinfachten Ausführung der Technologie, die ursprünglich exklusiv für RDNA 4 entwickelt wurde.
Ganzzahlberechnungen statt Gleitkommaberechnungen
Der wichtigste technische Unterschied betrifft das verwendete Datenformat. Während die RDNA-4-Version auf ein spezielles Gleitkommaformat setzt, verwendet die RDNA-3-Ausführung ein Ganzzahlformat mit acht Bit.
Diese Umstellung ermöglicht die Nutzung der KI-gestützten Bildskalierung auf älterer Hardware, erfordert jedoch Anpassungen an den zugrunde liegenden Berechnungen.
Optimierungen sollen Qualitätsverluste verhindern
Da das verwendete Ganzzahlformat grundsätzlich weniger flexibel arbeitet als das ursprünglich für RDNA 4 vorgesehene Format, bestand die Herausforderung darin, die Bildqualität auf einem vergleichbaren Niveau zu halten.
Nach Angaben von AMD wurden umfangreiche Optimierungen vorgenommen, um die Darstellung in Spielen möglichst nahe an die Qualität der neueren RDNA-4-Version heranzuführen. Trotz der technischen Unterschiede soll die Bildqualität weitgehend vergleichbar ausfallen.
Umfangreiche Tests vor der Freigabe
AMD erklärt die lange Entwicklungszeit unter anderem mit den notwendigen Anpassungen an die ältere Hardwareplattform. Die Technologie musste auf unterschiedlichen Grafikkarten und Systemkonfigurationen getestet werden, um sowohl die Leistung als auch die Bildqualität sicherzustellen.
Erst nach Abschluss dieser Prüfungen wurde die Unterstützung offiziell freigegeben. Damit erhalten Millionen von Nutzern der Radeon-RX-7000-Serie Zugriff auf eine moderne KI-gestützte Bildverbesserung, ohne neue Hardware erwerben zu müssen.
Fazit
Mit der offiziellen Unterstützung von FSR 4.1 für RDNA-3-Grafikkarten erweitert AMD die Einsatzmöglichkeiten seiner aktuellen Upscaling-Technologie deutlich. Die Radeon-RX-7000-Serie profitiert von moderner KI-gestützter Bildskalierung, die bislang ausschließlich neueren Grafikkarten vorbehalten war. Dank umfangreicher Optimierungen soll die Bildqualität trotz technischer Anpassungen auf einem hohen Niveau bleiben. Für Besitzer älterer Radeon-Grafikkarten stellt das Update eine willkommene Aufwertung dar und verlängert die Attraktivität der vorhandenen Hardware.

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