Erneuerbare Energien haben in Deutschland im ersten Halbjahr einen neuen Höchstwert erreicht. Strom aus Windkraft, Solarenergie, Wasserkraft und Biomasse deckte einen größeren Anteil des Stromverbrauchs als je zuvor in einem ersten Halbjahr. Besonders die Windenergie profitierte von günstigeren Wetterbedingungen und trug maßgeblich zum Anstieg bei.
Rekordanteil erneuerbarer Energien im ersten Halbjahr
Nach vorläufigen Berechnungen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) sowie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden 58 Prozent des deutschen Stromverbrauchs in den ersten sechs Monaten des Jahres durch erneuerbare Energien gedeckt. Damit wurde der bisher höchste Wert für ein erstes Halbjahr erreicht.
Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum stieg der Anteil um nahezu drei Prozentpunkte. Die Entwicklung unterstreicht die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien für die deutsche Stromversorgung und die Fortschritte bei der Energiewende.
Windenergie als wichtigster Wachstumstreiber
Ausschlaggebend für den Anstieg war vor allem die höhere Stromerzeugung aus Windkraft. Insbesondere die Windverhältnisse auf See fielen günstiger aus als im windschwachen Vorjahreszeitraum.
Die Stromproduktion durch Windenergie an Land nahm um 7,0 Prozent zu. Noch deutlicher fiel das Wachstum bei Offshore-Windparks aus, deren Stromerzeugung um 28,3 Prozent anstieg. Die Nord- und Ostsee spielen damit weiterhin eine zentrale Rolle für die Versorgung mit erneuerbarem Strom in Deutschland.
Solaranlagen liefern ebenfalls mehr Strom
Auch die Solarenergie legte weiter zu. Die Stromerzeugung aus Photovoltaikanlagen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,7 Prozent.
Der Ausbau von Solaranlagen auf Dächern, Gewerbeflächen und Freiflächen trägt seit Jahren zu einer steigenden Einspeisung von Solarstrom bei. Besonders in den sonnenreichen Monaten des Frühjahrs und Sommers gewinnt die Photovoltaik zunehmend an Bedeutung für die Stromversorgung.
Rückgang bei der Wasserkraft
Weniger positiv entwickelte sich die Wasserkraft. Aufgrund geringerer Niederschlagsmengen wurde weniger Strom aus Wasserkraftwerken erzeugt. Die Produktion sank um 7,7 Prozent.
Die Stromerzeugung aus Biomasse blieb dagegen weitgehend stabil und verzeichnete einen leichten Zuwachs von 0,6 Prozent.
Energiewende bleibt auf Kurs
Die aktuellen Zahlen knüpfen an die Entwicklung der vergangenen Jahre an. Nach Angaben der Bundesnetzagentur hatte der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch bereits im Gesamtjahr 2025 bei 58,8 Prozent gelegen.
Die neuen Halbjahreswerte zeigen, dass erneuerbare Energien ihre Rolle als wichtigste Säule der deutschen Stromversorgung weiter ausbauen. Vor allem Wind- und Solarenergie bleiben die entscheidenden Faktoren für die Erreichung der klima- und energiepolitischen Ziele Deutschlands.
Fazit
Mit einem Anteil von 58 Prozent am Stromverbrauch haben erneuerbare Energien in Deutschland im ersten Halbjahr einen neuen Rekord aufgestellt. Vor allem die stärkere Stromerzeugung durch Windkraft an Land und auf See sorgte für das Wachstum. Trotz eines Rückgangs bei der Wasserkraft bleibt der Ausbau erneuerbarer Energien ein zentraler Bestandteil der deutschen Energieversorgung.

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