Nach fast acht Jahren Reise durch das innere Sonnensystem hat die europäisch-japanische Raumfahrtmission BepiColombo eine entscheidende Etappe auf dem Weg zum Merkur erreicht. Das Transfermodul der Raumsonde wurde wie geplant abgetrennt. Damit beginnt eine mehrmonatige Ankunftsphase, bevor die wissenschaftlichen Untersuchungen des sonnennächsten Planeten vollständig aufgenommen werden können.
Merkur-Transfermodul erfolgreich abgetrennt
BepiColombo war seit dem Start als zusammengekoppeltes Raumfahrzeug unterwegs. Die von der Europäischen Weltraumorganisation ESA gemeinsam mit der japanischen Raumfahrtagentur JAXA durchgeführte Mission besteht aus zwei wissenschaftlichen Orbitern, die den Merkur künftig aus unterschiedlichen Perspektiven untersuchen sollen.
Während der langen Reise spielte das Mercury Transfer Module (MTM) eine zentrale Rolle. Es versorgte die Sonde mit Energie und stellte insbesondere den Ionenantrieb bereit, der für einen großen Teil des interplanetaren Fluges benötigt wurde.
Nach Abschluss dieser Aufgabe wurde das Transfermodul planmäßig von den beiden Forschungsorbitern getrennt. Damit hat BepiColombo einen der wichtigsten technischen Meilensteine der gesamten Mission erreicht.
Zwei Orbiter setzen ihre Reise ohne bisherigen Antrieb fort
Nach der Abtrennung des Transfermoduls fliegen die beiden Orbiter ohne das bisherige Antriebssystem weiter. Die Mission ist damit jedoch noch nicht bereit für den regulären wissenschaftlichen Betrieb.
In den kommenden Monaten sind mehrere Manöver erforderlich, um die Raumfahrzeuge auf ihre vorgesehenen Umlaufbahnen um den Merkur zu bringen. Erst nach Abschluss dieser komplexen Phase können die Instrumente umfassend für die wissenschaftliche Erforschung des Planeten eingesetzt werden.
Die Ankunft am Merkur stellt besondere technische Anforderungen. Wegen der Nähe zur Sonne müssen Raumsonden nicht nur mit hohen Temperaturen umgehen, sondern auch ihre Geschwindigkeit präzise reduzieren, um dauerhaft in eine Umlaufbahn um den Planeten einzutreten.
BepiColombo vor wichtiger Missionsphase
Die Mission wurde von der ESA in Zusammenarbeit mit JAXA entwickelt und gehört zu den anspruchsvollsten Projekten zur Erforschung des Sonnensystems. Auch das Europäische Raumflugkontrollzentrum in Darmstadt spielt bei der Steuerung und Überwachung eine wichtige Rolle.
BepiColombo soll helfen, zahlreiche offene Fragen über den Merkur zu beantworten. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Zusammensetzung und Struktur des Planeten, sein Magnetfeld, seine Oberfläche sowie die Wechselwirkungen mit der intensiven Strahlungs- und Teilchenumgebung nahe der Sonne.
Die beiden Orbiter verfügen dafür über unterschiedliche wissenschaftliche Instrumente und ergänzen sich bei ihren Beobachtungen. Dadurch sollen Forschende ein möglichst umfassendes Bild des bislang vergleichsweise wenig untersuchten Planeten erhalten.
Regulärer Forschungsbetrieb folgt nach weiteren Manövern
Mit der erfolgreichen Trennung des Transfermoduls endet ein wichtiger Abschnitt der langen interplanetaren Reise. Gleichzeitig beginnt eine technisch anspruchsvolle Übergangsphase, in der die beiden Orbiter für ihre endgültigen Aufgaben vorbereitet und auf die vorgesehenen Bahnen gebracht werden.
Bis der reguläre wissenschaftliche Betrieb vollständig beginnen kann, sind daher noch mehrere Schritte notwendig. Die Ankunftssequenz soll voraussichtlich im April 2027 abgeschlossen sein.
Mit dem Abwurf des Transfermoduls hat BepiColombo eine zentrale Hürde erfolgreich genommen. Nach jahrelanger Reise rückt damit das eigentliche Ziel näher: eine umfassende Erforschung des kleinsten und sonnennächsten Planeten unseres Sonnensystems.


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