Ugreen erweitert sein Angebot um eine neue Geräteklasse, die Netzwerkspeicher und künstliche Intelligenz miteinander verbindet. Die Homeagent- und Masteragent-Systeme sollen als zentrale Schaltstelle für das vernetzte Zuhause dienen und zahlreiche KI-Funktionen vollständig lokal ausführen – ohne zwingende Anbindung an eine Cloud.
Homeagent und Masteragent kombinieren NAS und KI
Der chinesische Elektronikhersteller positioniert die neue Produktreihe als Kombination aus NAS-Speicher, Smart-Home-Zentrale und leistungsfähiger KI-Plattform. Nutzer sollen damit Daten lokal speichern und gleichzeitig vernetzte Geräte im Haushalt verwalten sowie automatisierte Abläufe einrichten können.
Das Einstiegsmodell Homeagent HA100 erreicht eine KI-Rechenleistung von 26 TOPS und basiert auf dem RK3588-Prozessor. Der leistungsstärkere HA100 Pro soll mit dem CIX-P1-CP8180 auf 205 TOPS kommen.
An der Spitze der Serie steht der Masteragent MA100. Ugreen setzt hier auf Nvidias Jetson Thor T5000. Die angegebene KI-Leistung beträgt bis zu 2.070 TFLOPS und liegt damit deutlich über den beiden Homeagent-Modellen.
Bis zu 128 GByte Arbeitsspeicher
Auch bei der Speicherausstattung unterscheiden sich die Geräte erheblich. Der HA100 verfügt über 16 GByte LPDDR5-Arbeitsspeicher, während der HA100 Pro mit 32 GByte ausgestattet ist. Beim MA100 stehen 128 GByte RAM zur Verfügung, die gemeinsam mit der NPU genutzt werden.
Die beiden Homeagent-Modelle besitzen jeweils drei SATA-3.0-Einschübe. Zwei davon sind für klassische NAS-Aufgaben vorgesehen, ein weiterer dient als NVR-Speicher für Überwachungskameras.
Beim Masteragent MA100 stehen insgesamt vier Einschübe bereit. Drei können für NAS-Speicher genutzt werden, während der vierte für Videoüberwachung vorgesehen ist.
Smart Home funktioniert ohne Cloud
Ein zentrales Merkmal der neuen Ugreen-Systeme ist die lokale Verarbeitung. Komplette Smart-Home-Netzwerke sollen sich ohne Cloudzugang steuern lassen. Verschiedene vernetzte Geräte können synchronisiert und in automatisierte Routinen eingebunden werden.
Dank Matter-Unterstützung ist das System nicht ausschließlich auf Produkte von Ugreen beschränkt. Auch kompatible Geräte anderer Hersteller sollen sich in die Smart-Home-Umgebung integrieren lassen.
Die Verwaltung erfolgt unter anderem über die Ugreen-App. Zusätzlich ist eine Steuerung per Sprachbefehl vorgesehen. Dadurch sollen sich sowohl einzelne Geräte als auch zuvor eingerichtete Abläufe bedienen lassen.
Als Softwarebasis dient ein von Ugreen entwickeltes, Linux-basiertes Betriebssystem.
KI soll Überwachungskameras vielseitiger machen
Ugreen will zudem klassische Überwachungskameras stärker in den digitalen Familienalltag integrieren. Kameras sollen nicht ausschließlich Sicherheitsaufgaben übernehmen, sondern auf Wunsch auch besondere Momente im Haushalt erfassen.
Die entsprechenden Aufnahmen können lokal gespeichert und in die Bildergalerie des Speichers übernommen werden. Mithilfe der integrierten KI sollen Nutzer ihre gespeicherten Fotos per Sprachbefehl durchsuchen können. Auch das Starten einer Präsentation mit ausgewählten Bildern ist vorgesehen.
Damit verbindet Ugreen Funktionen, die bislang häufig auf verschiedene Geräte und Cloud-Dienste verteilt waren, innerhalb eines lokalen Systems.
KI-Modelle lassen sich über M.2 erweitern
Für zusätzliche KI-Funktionen verfügen die Speicher über einen M.2-Steckplatz. Darüber sollen neue KI-Modelle ergänzt werden können.
Darüber hinaus übernehmen die Geräte klassische NAS-Aufgaben. Daten von Smartphones, Computern und anderen externen Geräten können automatisch gesichert werden. Dadurch sollen Smart-Home-Steuerung, KI-Verarbeitung und persönliche Datensicherung auf einer gemeinsamen Plattform zusammenlaufen.
Preise reichen bis 20.000 Euro
Ugreen plant den Vertrieb der neuen KI-Speicher zunächst über Kickstarter. Der Homeagent HA100 ist mit einem regulären Preis von 1.800 Euro das günstigste Modell. Zum Verkaufsstart soll eine begrenzte Stückzahl für 900 Euro angeboten werden.
Deutlich teurer fällt der HA100 Pro aus. Der reguläre Preis beträgt 6.000 Euro, während das Modell zum Start für 3.000 Euro erhältlich sein soll.
Der Masteragent MA100 richtet sich aufgrund seiner leistungsfähigen Nvidia-Hardware an Nutzer mit besonders hohen Anforderungen. Ugreen nennt einen regulären Preis von 20.000 Euro. Zum Verkaufsstart soll das Spitzenmodell 10.000 Euro kosten.
Mit Homeagent und Masteragent versucht Ugreen, lokale KI-Verarbeitung, Netzwerkspeicher und Smart-Home-Steuerung in einer Gerätefamilie zusammenzuführen. Besonders der Verzicht auf eine notwendige Cloudanbindung dürfte für Nutzer interessant sein, die ihre persönlichen Daten und KI-Anwendungen möglichst vollständig im eigenen Netzwerk behalten möchten.


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