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Willkommen, heute ist der 10.12.2018 :: English ::
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Im Profil: Claudia Ciesla - Ein deutsches Modell erobert Bollywood

Das 21-jährige deutsche Modell Claudia Ciesla aus Bamberg hat das geschafft, wovon viele andere Bollywood Fans träumen: Sie bekam eine Rolle in einem indischen Film von Bollywood Produzent Vivek Singhania. Obwohl sie nicht die Hauptrolle in "Karma - Crime, Passion, Reincarnation" spielt, stach sie doch Film-Kritikern und anderen Bollywood Regisseuren und Produzenten bereits ins Auge und bekommt nun beinahe täglich neue Angebote für weitere Filmrollen in Bollywood.

 

Bereits mit 15 Jahren begann Claudia Ciesla ihre Modell-Karriere und arbeitete bisher hauptsächlich als Fotomodell. Aber auch in TV-Werbespots und in kleineren Comparsenrollen war sie bereits zu sehen. Richtig bekannt wurde die in Polen geborene Claudia Ciesla jedoch 2005, als in einem 10-Seiten-Special ihre Fotoaufnahmen für das Hochglanz-Magazin "Matador" veröffentlicht wurden. Das Fotoshooting für dieses Magazin bereut sie nicht, möchte jedoch keine weiteren Oben-Ohne Fotos mehr machen, um nicht in eine Schublade gesteckt zu werden. Erst kürzlich wurde sie zur "Schneekönigin 2008" in Österreich gewählt, stand aber auch aufgrund ihrer gesanglichen Künste im Finale des Meraner "Alpen Grand Prix". Momentan ist das Modell offen, was ihre Zukunftspläne betrifft: ob als Modell, als Schauspielerin oder als Musik-Künstlerin - Claudia Ciesla hat ihr Talent in allen Bereichen bewiesen und wird es sicher auch weiterhin unter Beweis stellen. Man darf gespannt sein, neben welchen Bollywood-Stars man Claudia Ciesla möglicherweise in ihrem nächsten Film sehen wird.

BNA-Germany befragte Claudia Ciesla zu ihren Eindrücken aus Indien - dem Drehort von "Karma" -  und der Zusammenarbeit mit indischen Produzenten:

 

BNA-Germany: Erzählen Sie uns bitte etwas über Ihre Filmrolle in KARMA.

Claudia Ciesla: Also der Film handelt über Reinkarnation. Ich spiele die Rolle der LINDA, eine junge Deutsche die vor ca. 30 Jahren gelebt hat und während der Hippiezeit einige Monate in Indien verbracht hat. Es gab eine Liebes-Romanze mit einem wohlhabenden Inder, die unglücklich endete und nach allen möglichen Verwirrungen wird LINDA schließlich ermordet.Nun, 30 Jahre später erscheint Anna - die reinkarnierte LINDA - in Indien und hat Visionen,  durch die schließlich der Mörder von LINDA entlarvt wird.

 

BNA-Germany: Wie sind Sie an diese Rolle gekommen bzw wie wurden die Produzenten und Regisseur MR Shahjahan auf Sie aufmerksam?

Claudia Ciesla: Ich bin sehr aktiv in verschiedenen Business-Network-Internetseiten und hatte schon seit zwei-drei Jahren Kontakt mit dem indischen Produzenten Vivek Singhania. Er forderte alle Infos, Fotos, Videos usw. von mir an. Es sollte schon vor etwa zwei Jahren zu einen Treffen in Deutschland kommen und ich hätte wohl schon in einem Bollywood-Film von Vivek Singhania, der in Deutschland gedreht wurde mitspielen können, aber leider war ich zu dieser Zeit verreist. Bei diesem Film KARMA sollte die Rolle der LINDA mit einer Deutschen besetzt werden und nach einigen Nachfragen und Recherchen des Produzenten auch an andere Models und Schauspieler bekam ich schliesslich die Rolle.

 

BNA-Germany: Ist dies Ihre erste Filmrolle gewesen oder haben Sie bereits in anderen Filmen mitgespielt (wenn ja, in welchen Filmen)?

Claudia Ciesla: Dies war meine erste größere Filmrolle. Ich war vorher in einigen kleineren Filmen,TV- und Internet- Soaps mit kleineren Rollen dabei. So in "Beach Baby" und in "American Dreamer".

 

BNA-Germany: KARMA wurde ausschliesslich in Indien gedreht. War es Ihr erster Aufenthalt in Indien?

Claudia Ciesla: Ja.

 

BNA-Germany: Wie war die Zusammenarbeit mit den Indern? Machten Sie irgendwelche besonderen - vielleicht auch außergewöhnlichen oder gewöhnungsbedürftigen - Erfahrungen mit der indischen Filmcrew, der indischen Kultur und Mentalität?

Claudia Ciesla: Die Zusammenarbeit war sehr gut. Die Inder waren extrem freundlich, zuverlässig und zuvorkommend zu mir. Inder sind sehr tolerant. Ich könnte nichts Negatives erwähnen. Es war alles super! Zur indischen Kultur kann ich leider wenig sagen, da wir meist entweder im Hotel oder beim Dreh waren. Die aufgefangenen Eindrücke waren überaus positiv: sehr schöne Hindu-Tempel, alles sehr farbig, gute Gerüche, gutes Essen - etwas scharf, aber klasse! Und zur Mentalität; naja sehr lieb sind sie die Inder - oft verspielt wie Kinder - und immer lustig. Witzig fand ich das "Kopfwackeln" was alles bedeuten kann; hab mich da kaputt gelacht. Eine typische Szene: Frage an Policeman: "Können wir über die Strasse?", nachdem völlig unklare verwirrende Handzeichen von ihm gemacht wurden. Der Polizist wackelt Kopf, was hätte bedeuten können: "Ja", "Nein", "Vielleicht", "Wie Sie wollen.", "Naja, lieber nicht", "Auf Ihre Gefahr." oder auch "Aber natürlich!" Klasse und witzig fand ich auch den Verkehr und die Verkehrsregeln: es gibt keine Regeln! Jeder fährt wie er will und die Hupe ist das wichtigste Instrument am Auto! Reifenprofil und Bremsen sind unwichtig; Lichter am Auto und Blinker sind zu 80 Prozent nicht vorhanden und es darf grundsätzlich  überall überholt werden - am Liebsten vor unübersichtlichen Kurven oder Bergkuppen. Besonders witzig sind Fahrten auf Serpentinen - Adrenalin pur! Grundsätzlich wird bei Gegenverkehr überholt und sich dann in der Mitte reingewurschtelt; auf zweispurigen Strassen wird grundsätzlich vierspurig gefahren und vorher der Seiten-Spiegel, falls überhaupt vorhanden, eingeklappt. Ampeln, Verkehrszeichen usw werden grundsätzlich nicht beachtet. Das totale Chaos, in dem aber ein gewisses System ist. Jeder nimmt auf den anderen extrem Rücksicht und alle gehen sehr freundlich miteinander um. Ich habe nie Streit unter Indern erlebt und auch niemals einen Unfall gesehen.  

 

BNA-Germany: Sie arbeiteten bisher hauptsächlich als Modell in TV und Print-Medien. Wie schauen Ihre Zukunftspläne aus? Möchten Sie in Zukunft mehr im schauspielerischen Bereich arbeiten?

Claudia Ciesla: Ja, gerne! Es machte riesig Spass, aber ich bin da sehr realistisch.Ich bin auch dabei, Musik aufzunehmen.

 

BNA-Germany: Vivek Singhania, Produzent von KARMA, kommt eigentlich aus dem Bereich Bollywood. KARMA ist seine erste internationale Filmproduktion. Könnten Sie sich vorstellen, in einem Bollywood-Film mitzuspielen. Haben Sie eventuell sogar bereits Angebote hierfür - wenn ja, für welche Filme?

Claudia Ciesla: Ja, natürlich! Ich habe viel mit Vivek darüber gesprochen. Ich bin auch ganz gut im Singen und verschiedenen Tänzen; auch Salsa, Merengue, Bellydance usw. Das ist total meine Welt. Angebote gibt es von Vivek Singhania und dem Regisseur Shahjahan. Es sind zwei Projekte in Planung: ein Bollywood Film wahrscheinlich in Goa und ein Action-Film ist in Thailand geplant. Da ich auch Kampfsport mache, meinte Vivek Singhania, man könnte mich da gut besetzen. Das Drehbuch liegt mir bereits vor, wo ich die Rolle einer Kick-Boxerin spielen sollte. Es gibt jedoch auch noch weitere Anfragen und einige Drehbücher von anderen Filmemachern, auch viel Bla-Bla-Bla. Und was weiter kommt, werden wir sehen und Ganesha (eine Gottheit der Hindus, Anm. d. Red.) entscheiden lassen.

 

BNA-Germany: Ihre Filmrolle in KARMA sorgte sogar in der Deutschen Presse für Interesse. Wie ist bisher insgesamt die Resonanz, international gesehen?

Claudia Ciesla: Ich würde sagen gut, was mich betrifft.Ich bekomme sehr viel positives Feedback und Nachfragen. Die BILD-Zeitung veröffentlichte bisher drei Artikel über mich und dem Film; zudem sind zwei Artikel in internationalen Presse-Agenturen publiziert worden. Was den Film betrifft, so gibt es noch keinen Trailer. Das kommt dann alles in Cannes wo der Film Premiere haben wird. 

 

BNA-Germany: Reinkarnation ist das Thema von KARMA. Glauben Sie persönlich an Wiedergeburt? Wenn ja, als wer oder was würden Sie gern wiedergeboren werden?

Claudia Ciesla: Mir erscheint Reinkarnation und das Thema von KARMA sehr logisch und rational. Ich versuche immer sehr logisch zu denken und mag Mathematik und Physik sehr; war auch immer die Beste und war in meinem Gymnasium bei der Polnischen Mathe-Olympiade dabei. Jedes Schulkind kennt das Prinzip von "actio et reactio", das sogenannte dritte Newtonsche Axiom und den sogenannten "Energieerhaltungssatz" nach Newton, das besagt, dass Energie niemals vernichtet werden kann, sondern erhalten bleibt. Energie kann lediglich von einer Energieform in eine andere umgewandelt werden. Also ich meine, Leben, Geist  und Seele ist auch Energie und auch diese Energie wird beim Tod sicher nicht vernichtet, sondern umgewandelt in eine andere Energieform und eventuell in ein neues Leben?!
Als was ich gern wiedergeboren werden würde? Hmm..., am Liebsten als ich,wie ich war und bin, als Fortführung des Bisherigen. Denn ich bin an sich mit mir sehr glücklich.

 


BNA-Germany: KARMA wird auf dem diesjährigen Cannes Filmfestival Premiere haben und Sie werden anwesend sein. Beschreiben Sie doch das Gefühl, an einem so angesehenen internationalen Filmfest teilnehmen zu können und welche Erwartungen haben Sie?

Claudia Ciesla: Naja ich war schon zweimal beim Filmfest in Cannes dabei: einmal wurde ich vom US-Produzenten Steven Greenstein für die Cannes TV-Show " Hanging with the Commander" eingeladen und einmal von den englischen Filmemachern Paul Wiffen und Peter Ramsey. Ich erwarte eine nette, lustige Zeit mit vielen Parties, vielen netten Kontakten, aber sicherlich  keine neue Filmrolle! Und sicher sind auch wieder viele nervige "Wannabe`s", sehr viel "Blowing Hot Air" und ein Schuhkarton voll schöner, farbiger und goldener Visitenkarten, die dann schnell wieder entsorgt werden müssen, zu erwarten.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:

Homepage von Claudia Ciesla:
http://www.cclaudia.net

 

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  • Claudia Ciesla mit Regisseur MR Shahjahan
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  • Claudia Ciesla als "Linda" in KARMA