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Guten Abend lieber Besucher von BNA GERMANY®, heute ist der 21.07.2018 :: English ::
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Exklusiv-Interview mit Sonu Nigam

Sonu Nigam zählt trotz seines jungen Alters (geboren am 30.07.1973) bereits seit über zehn Jahren zu den besten Sängern Indiens. In der Bollywood-Filmindustrie ist er der bekannteste Playback-Sänger, dessen Stimme immer wieder gern vor allem für Shahrukh Khans Gesangs- und Tanz-Szenen genommen wird, ebenso erfolgreich, wie als Solo-Künstler und Sänger, der mittlerweile mit seinen eigenen Shows ganze Hallen bei Konzerten zu füllen weiß. Seit Monaten tourte Sonu Nigam bereits mit seiner „Simply Sonu“-Tour durch die USA, bevor er nun auch nach Deutschland kam…

 

BNA-Germany traf den smarten Sonu Nigam am 26. Oktober nach seiner deutschen Konzert-Premiere in Offenbach hinter den Kulissen. Vor Konzert-Beginn gab es offenbar Probleme, sowohl mit der Sound- und Lichtanlage, als auch mit den Instrumenten. Der populäre Sänger aus Indien - ganz Profi und Perfektionist -  entschuldigte sich des Öfteren bei seinem Publikum in Offenbach für diese widrigen Umstände. Die Stimmung im Publikum war trotzdem super und machte dieses Konzert sowohl für den Sänger selbst als auch für die Konzertbesucher zu einem einzigartigen Erlebnis.

 

Jedoch nagte an Sonu Nigam so stark der Zweifel, was die Akustik betraf, dass er gleich zu Beginn des Interviews nochmals nachfragte, wie der Sound denn gewesen sei. Lesen Sie hier Auszüge aus dem Interview:

 

Sonu Nigam: War der Sound so schlecht?

 

BNA: Nein, nein…es war wirklich sehr gut. Aber zuerst einmal herzlich willkommen in Deutschland. Wir sind so glücklich, dass du gekommen bist. Ich glaube, du hast sehr viele Fans dadurch glücklich gemacht, dass du gekommen bist. Daher nochmals vielen Dank. Als ich im Publikum saß, sah ich deine Familie und der Einzige, der die ganze Zeit über schlief, war dein Sohn. Wie kommt das?

 

Sonu Nigam: Ja, immer wenn ich möchte, dass er schläft, singe ich für ihn.

 

BNA: Das beantwortet meine nächste Frage. Aber er war ja der Einzige, der schlief. Der Rest des Publikums genoss ja sehr deine Show und du hast wirklich gute Arbeit geleistet.

 

Sonu Nigam: Vielen Dank!

 

BNA: Du hast bereits die technischen Probleme angesprochen… es klang nun aber wirklich nicht schlecht. Was gab es denn für Probleme?

 

Sonu Nigam: Als erstes wäre da der Sound, weswegen wir auch Verspätung hatten zu Konzert-Beginn. Dann war auch das Mischpult nicht gut…Auch hatte meine Keyboard-Spieler nicht sein eigenes Keyboard. Das ist ebenso seltsam. Deutschland ist ein Land, in welchem es keine Entschuldigung dafür gibt, dass man kein Instrument zur Verfügung hat, weil man hier hunderte, gar tausende Instrumente erwerben kann. Daher kann es dafür einfach keine Entschuldigung geben.

 

BNA: Die nächste Frage wäre, da wir bereits seit einigen Jahren die Bollywood-Szene in Deutschland beobachten: Es scheint jedes Mal, wenn indische Stars nach Deutschland kommen, dass sie an die falsche bzw. eine seltsame Art von Organisation geraten, denn normalerweise, wenn andere internationale Stars nach Deutschland kommen, machen diese ihre Verträge mit deutschen Firmen und Promotern. Bei euch Indern scheint es aber jedes Mal in den eigenen Reihen zu bleiben…?

 

Sonu Nigam: Wenn ich jemand anderes kenne würde, würde ich es definitiv mit ihm tun. Das ist Fakt. Die Sache ist die, dass wir gar nicht in Kontakt mit Haris Patscha waren, den kenn ich überhaupt nicht, sondern mit einem anderen indischen Koordinator zusammengearbeitet haben. Das ist das Problem. Und dieser Koordinator hat einen sehr vertrauenswürdigen Ruf in Indien.

 

BNA: Du meinst Tejas Parmar?

 

Sonu Nigam: Genau, Tejas… Wir versuchen immer, unser Bestes zu geben für das Publikum. Ich muss selbst noch weiter daran arbeiten, die Atmosphäre unter den Gästen zu pushen…, aber nichtsdestotrotz denke ich, man hat seine Lektionen gelernt und in Zukunft sollen oder sollten wir definitiv mit deutschen oder französischen Künstlern zusammenarbeiten, gemeinsame Shows machen und zusammen singen. Das gäbe eine so wunderbare Fusion der verschiedenen Musikrichtungen…Vielleicht könnten sie auf Deutsch singen und wir singen auf Hindi…

 

BNA: Hast du diesbezüglich bereits konkrete Pläne oder ist es noch eine Art Traum?

 

Sonu Nigam: Wir werden das sicher sehr bald tun. Ich bin ständig auf der Suche nach Möglichkeiten. Wenn ihr irgendwelche Ideen habt…?!

 

BNA: Na mal schauen... Etwas anderes: Es ist komisch zu hören, wenn du „Stayin’ Alive“ singst. Möglicherweise denkst du daran, zukünftig deine Song in Englisch zu singen, denn das scheint ja gerade Mode zu sein. Hast du diesbezüglich irgendwelche Pläne? Denn manche Fans kennen zwar einige Hindi-Wörter, aber viele eben nicht. Und ich denke, es wäre schön, wenn sie die Worte verstehen würden…

 

Sonu Nigam: In meinem nächsten Album haben wir, glaube ich, etwas mehr englische Songs. Bei unterschiedlichen Songs brauchst du auch einen unterschiedlichen Sound. Hoffentlich wird diesbezüglich unsere Show morgen (in Essen, Anm. d. Red.) besser. Schau, es ist genauso, wie bei einem Krieger oder Soldaten, den du ohne seine Waffen in eine Schlacht schickst. Du kannst nicht an die Kriegsfront gehen ohne die geeigneten Waffen zu haben. Man muss sich beim Publikum entschuldigen, da sie wahrscheinlich nicht einmal Ahnung davon haben, auf welch schlechtem Level du gerade performst.

 

BNA: Aber ich glaube, der Promoter hier in Frankfurt hat schon versucht sein Bestes zu geben und es ist auch gut geworden. Möglicherweise wurden verschiedenste Erwartungen nicht komplett erfüllt, aber für das Publikum war es toll, dass du gekommen bist und du brauchst dir wirklich keine Gedanken machen… Gibt es denn nun eine Chance, dass wir möglicherweise bald englische Songs von dir hören werden, das heißt deine eigenen Songs mit englischen Liedtexten? Das wäre wirklich leichter für uns Europäer…

 

Sonu Nigam: Hmmm, schau: Wir könnten das tun, aber es hätte nicht dieselbe Wirkung. Jede Sprache hat ihre eigene Seele. Das ist so, als wenn ich „Stayin’ Alive“ auf Hindi singen würde (Sonu Nigam beginnt den Song auf Hindi zu singen, was wirklich grausam klingt…). Die Seele des Songs ist Englisch. Ich denke, es ist besser, wenn ich neue englische Songs im Original singe, aber meine Hindi-Lieder sollten auch in Hindi bleiben. Selbst die Leute die Englisch können – in Indien gibt es nur wenige, die Englisch können – verstehen die wahre Bedeutung der englischen Wörter. Denn obwohl sie Englisch können, ist der Akzent mancher amerikanischer Lieder für sie fremd. Aber die Gefühle, die in einem Lied stecken, werden immer verstanden. Die Leute grooven zu meiner Musik, weil die die Message hinter der Musik verstehen.

 

BNA: Du hast erklärt, wie in der indischen Filmindustrie Songs für einen Film entstehen. Man sucht zuerst nach den Worten und fügt dann die Musik ein. Deine Darstellung mit dem „Alu-Gobi“-Song war wirklich sehr lustig. Aber wie genau kommst du als berühmter Sänger mit einem großen internationalen Ruf ins Spiel? Wie beginnt die Einbeziehung von dir, wenn ein Film geplant wird? Wissen die Filmemacher schon im Vorfeld, dass sie dich für diesen oder jenen Song wollen?

 

Sonu Nigam: Nein, das erfolgt wirklich sehr zufällig, nachdem der Star des Films festgelegt wurde. Der Regisseur oder Musik-Komponist denkt „das ist der Mann, den wir für unseren Helden wollen“. Entweder: „Wir wollen zwei Lieder von Sonu Nigam und zwei Lieder von jemand anderem“ oder „ Wir wollen alle Lieder von Sonu Nigam“ oder aber auch „Wir wollen keine Lieder von Sonu Nigam“. Diese Entscheidungen fallen im Laufe des Films.In Bollywood kommen in ein Film oft mehrere Musik-Richtungen vor: du kannst einen Rock-Song ebenso innerhalb eines Filmes finden, wie einen typischen Bollywood-Song und einen partiotischen Song; das alles in einem einzigen Film. Durch diese unterschiedlichen Musik-Stile brauchst du auch verschiedene Sounds, passend zur Situation im Film. Leider gehören Film und Musik in Indien immer noch zusammen. Ich würde mir wünschen, die Musik losgelöst von Film zu machen. Daran arbeite ich gerade und das auch erfolgreich. Aber wie gesagt, leider hängt die Filmmusik noch von der Situation im Film ab: Wenn die Filmszene traurig ist, brauchst du einen traurigen Song; wenn die Szene fröhlich und lustig ist, brauchst du einen fröhlichen Song.

 

BNA: Schade, dass du es trennen willst, denn offenbar funktioniert dies ja ganz gut?!

 

Sonu Nigam: Dass Schauspieler auf der Leinwand nicht singen, kommt nur in Indien vor, nirgendwo sonst…

 

BNA: In Bezug zu Filmen verwundert es , wenn man über deine Filme liest: Du hast wirklich eine Menge Potenzial, du bist präsent und hast eine Präsenz, die schwer zu beschreiben ausdrücken ist. In Hinblick darauf, wie du die Leute unterhältst und sie zum Lachen bringst, würdest du wirklich einen guten Schauspieler abgeben. Du hast das Zeug, das zu tun. Nur warum liefen deine Filme nicht so gut, wie erwartet?

 

Sonu Nigam: Die Grundvorstellung bei indischen Filmen ist, dass indische Sänger nicht dermaßen verehrt werden, wie die Schauspieler auf der Leinwand. Sie gehören jedoch auf die Bühne und sollten auf Bühnenshows singen! Aber auf der Leinwand gibt es keinen wirklichen Bezug zu ihnen. Umgekehrt ist es ebenso: wenn du seit zehn Jahren als Sänger bekannt bist und die Produzenten oder Regisseure dich plötzlich als Schauspieler haben wollen…Inder sind diesbezüglich nicht so aufgeschlossen. Sie haben viele Grenzen in ihren Vorstellungen. Sie wollen nur einen bestimmten Star sehen.

 

BNA: Was würde passieren, wenn du mit dem Playback-Singen aufhören würdest?

 

Sonu Nigam: Da muss man sich schon sehr anstrengen. Man bekommt sehr viele Kritisierungen und mein persönliches Hauptproblem bei der Filmsache war, dass ich zu dieser Zeit ein sehr angesagter Sänger war und ganz oben stand und es gab vor mir noch keinen Sänger, der Filme machte. Bis auf Kishore Kumar: er sang und schauspielerte. Allerdings war er eigentlich Schauspieler und begann später als Playback-Sänger.

 

BNA: Ist das die einzige Richtung in welcher es funktioniert?

 

Sonu Nigam: Schauspieler geben vor Sänger zu sein, aber Sänger sind nicht dazu bestimmt, Schauspieler zu werden. Aber das ändert sich auch langsam, selbst wenn meine Filme nicht gut liefen. Am Telefon habe ich gerade darüber mit einigen Produzenten und Regisseuren diskutiert. Sie wollen unbedingt, dass ich einen Musik-Film mache und fragen wann…

 

BNA: Das interessiert mich auch. Gibt es denn Hoffnung, dich irgendwann wieder in einem Film zu sehen?

 

Sonu Nigam: Wir schauen uns gerade nach einem guten Produktionshaus um, denn ich habe realisiert, dass wenn man keine Ahnung davon hat, einen Film richtig zu vermarkten, er auch nie die Massen erreichen wird. Selbst wenn du ein gutes Produkt, wie meinen letzten Film „Love In Nepal“ hast – die Kritiken waren gut und jeder sagte, dass es ein großartiger Film mit einer tollen schauspielerischen Leistung ist – bleibt es erfolglos, wenn der Film erst neun Monate nach seiner Promotion veröffentlicht wird. Die Leute haben nicht diese Geduld. Ein Film existiert einfach nicht mehr in ihren Köpfen nach neun Monaten. Daher suchen wir ein gutes Produktionshaus, vielleicht drehen wir Teile in Indien und Teile irgendwo sonst. Es wäre eine schöne Musik-Story und bei diesem Film wäre ich mir auch sicher…aber ich möchte ebenso sicher gehen, dass wir die richtigen Leute haben, die den Film produzieren und promoten.

 

BNA: Solltest du dieses Projekt realisieren, wünschen wir dir viel Glück. Sollte der Film dann veröffentlicht werden, vergiss bitte Deutschland nicht, denn wir werden immer außen vor gelassen; wenn es heißt „der Rest der Welt“; Deutschland ist nicht dabei. Wir hoffen, dass sich das ebenso ändern wird. Wie du sicher weißt, ist Deutschland für viele indische Stars von Interesse…

 

Sonu Nigam: Ich verspreche, wenn ich zurück in Indien bin, werde ich das im Kopf behalten. Wann immer ich die Chance haben werde, werde ich nach Deutschland zurückkommen und ich werde auch in ganz Indien die Nachricht verbreiten: Kommt nach Deutschland und tretet hier auf!

 

BNA: Unsere letzte Frage. Du planst gerade eine Internet-Präsenz, eine Website oder eine Art Blog…?! (www.sonuniigaam.in, Anm.d. Red.).

 

Sonu Nigam: Ja, ich warte, bis mein neues Album herauskommt, da ich mit der Webseite zeitgleich zur Album-Veröffentlichung online gehen will. Das Album heißt "Classically Mild",  ist ein Indisches Classic-Fusion Album und wird voraussichtlich Ende November oder in der erste Dezember-Woche herauskommen. Und zeitgleich wird dann auch meine Internet-Seite online gehen.

 

BNA: Dafür und für all deine anderen Pläne hast du unsere vollste Unterstützung. Wir danken dir vielmals für dieses Gespräch.

 

Sonu Nigam: Vielen Dank.

 

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