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Willkommen, heute ist der 07.09.2008 :: English ::
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Pressekonferenz zu "Om Shanti Om" auf der 58. Berlinale

©Tania vom Lehn

Shahrukh Khan

Am 8.Februar 2008 fand in Anwesenheit des Bollywood Schauspielers Shahrukh Khan und des Geschäftsführers von Eros International, Herrn Kishore Lulla vor internationaler Presse die Pressekonferenz zum Bollywood Film "Om Shanti Om", der im Rahmen des Berlinale Specials lief, statt. An dieser Stelle geben wir Ihnen die wichtigsten Fragen und Antworten wieder:

 

Zunächst wurde angemerkt, dass die Regisseurin des Films, Farah Khan nicht anwesend sei, da sie jederzeit mit der Geburt ihrer Drillinge zu rechnen hatte (am 11.Februar erblickten zwei Mädchen und ein Junge das Licht der Welt; Anm.d.Red.). Anschliessend sprach Shahrukh Khan darüber, was seiner Meinung nach einen Bollywood Film auszeichnet bzw. charakterisiert: Neben den Gesangs- und Tanzeinlagen seien es vor allem die Emotionen, die in Bollywood Filmen besonderen einfluss haben. Inder seien ein sehr buntes und lautes Volk; laut beim Lachen, laut beim Weinen, laut beim Streiten etc.

 

"Om Shanti Om" kommt ab 6.März in die deutschen Kinos

Auf die Frage eines Journalisten hin, ob Shahrukh Khan sich denn vorstellen könne, inmeinen europäischen Film oder gar einem Hollywood-Film mitzuspielen, übertraf sich der Star beim Tiefstapeln wieder einmal selbst: Er spreche zu schlecht Englisch, sei zu alt, könne nicht gut schauspielern, geschweige denn Kung-Fu oder Salsa tanzen. Zudem halte er daran fest, indische Filme zu drehen und würde leiber seinen Beitrag dazu leisten, das Indische Kino in der Welt zu verbreiten und anerkannt zu machen. Ein erster wichtiger Schritt dafür sei die diesjährige Berlinale, auf welcher erstmals ein Bollywood-Film in einer Premiere gefeiert würde. Seiner Meinung nach biete "Om Shanti Om" alles, was ein guter Bollywood Film zu bieten hat und eignet sich daher bestens, um der westlichen Welt das Indische Kino näher zu bringen. Dazu äußerte sich auch Kishore Lulla: er erklärte, dass bereits ab 6.März 2008 "Om Shanti Om" in deutscher Synchronisation in über 50 Kinos deutschlandweit laufen soll. Dies ist einmalig in der Geschichte Bollywoods, dass bereits von indischer Seite aus eine deutsche Synchronisation eines Bollywood Films vorgenommen wird. Bereits im letzten Jahr versuchte Eros International den einstieg auf den deutschen Kino-Markt, war jedoch aufgrund mangelnder Promotion daran gescheitert.

 

Die Frage eines anderen Journalisten war, ob Shahrukh Khan sich vorstellen könne, auch in Deutschland zu drehen. Hier antwortete dieser, dass ein solcher Filmdreh bereits geplant sei; indische Produzenten Aktion-Szenen gern im Ausland drehen, er jedoch wohl erst anfangen würde, hier zu drehen, wenn es etwas wärmer wäre.

 

Als nächstes wurde der Fitness-Wahn in Bollywood angesprochen. Auch Shahrukh Khan erarbeitete sich durch intensives Fitness-Traning seinen Six-Pack-Bauch, den man in "Om Shanti Om" sehen kann. Dazu erklärte er jedoch, dass es der Wunsch seines Sohnes gewesen sei, der ihn bis dahin immer als "hühnerbrüstig" bezeichnete, mehr Fitness zu machen. Shahrukh Khan selbst sah bisher keine Veranlassung dazu, seinen Körper zu stählern, da seine Rollen dies nicht von ihm erwarteten; er weder Polizist noch Action-Held spielen musste, was einen durchtrainierten Körper erfordert hätte. Um dem Wunsch seines Sohnes jedoch nachzukommen, betrieb Shahrukh Khan die letzten Monate Fisness-Training und hofft nun, dass sein Körper auch möglichst lange so gut in Form bleibt.

 

"Bollywood Filme müssen kürzer werden"

Am Ende der Pressekonferenz wurde Shahrukh Khan gebeten, seine Meinung dazu zu sage, wie sich das Indische Kino möglicherweise in den nächsten 30 Jahren ändern wird oder soll. Shahrukh Khan äußerte sich diesbezüglich dahin gehend, dass der Gesang und Tanz wohl immer Teil der Bollywood Filme bleiben wird. Allerdings sähe er das Problem in der Länge der Bollywood-Filme. Er selbst sei in seinen eigenen Filmen darum bemüht, sie kürzer zu fassen, um die Zuschauer auch im Kino "bei der Stange zu halten". Bisher haben Bollywood-Filme meist eine Intermission in der Hälfte des Films, bei welcher oftmals Kino-Besucher den Film verlassen. Um sie jedoch in einen Film zu halten, müssten seiner Meinung nach die Bollywood-Filme kürzer werden. Und zur Frage, warum Bollywood-Filme meist kitschig sind, erklärte Shahrukh Khan, dass das Kino für den Großteil der Inder die einzige Form des Entertainments in ihrem Leben sei: es gibt bekanntlich sehr viele Arme und Analphabeten in Indien einerseits, aber auch sehr viele wohlhabende Menschen. Und für jeden Einzelnen unter ihnen müsse ein Film etwas bieten und einen Merhwert haben. Die Ansprüche der verschiedenen Erwartungen und Bevölkrungsschichten gerecht zu werden, sei das besonders Schwierige an einem Bollywood Film und lasse ihn daher meist in den Augen der westlichen Zuschauer kitschig erscheinen.

 

Shahrukh Khan bedankte sich mehrfach bei den Organisatoren der Berlinale für die Einladung und hofft, dass er nächstes Jahr möglicherweise erneut die Möglichkeit haben wird, einen Bollywood Film im Rahmen der Berlinale zu präsentieren.

 

Fotos: © Diana N. Weidner(1)/ Jürgen Stürzenberger(1)/ Tania vom Lehn (2)

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"Om Shanti Om" auf der Berlinale




Fans warten am Grand Hyatt Hotel


©Tania vom Lehn

Shahrukh Khan beim Photo Call