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26.03.2007 Von: ACT

Dreharbeiten zu "Aap Kaa Surroor" werden vorzeitig in Deutschland beendet

Wie letzte Woche bekannt wurde, werden die Dreharbeiten zu Himesh Reshammiyas Film "Aap Kaa Surroor" in Deutschland nächste Woche vorzeitig beendet und in Thailand fortgesetzt. Momentan werden die letzten Außenshoots in Hessen gedreht, bevor sich die indische Filmcrew Anfang April auf den Weg nach Thailand macht.


Himesh am Film-Set

Stunt-Szene mit einem Mini-Cooper

Consulting Producer Vivek Singhania

Regisseur Prashant Chadha

Der Abbruch der Dreharbeiten kam plötzlich und ist das Resultat vieler Probleme in der Zusammenarbeit zwischen der deutschen Filmcrew und den indischen Filmemachern. Wie der Consulting Producer Vivek Singhania mitteilte, wurden Abmachungen seitens beteiligter deutscher Institutionen nicht gehalten, scheinbar unqualifizierte Berater und Produktionsunterstützer zur Verfügung gestellt und die dadurch entstandenen Produktionskosten seien unvorhersehbar in die Höhe gestiegen. Unter solchen Umständen sei eine Fortführung der Dreharbeiten in Deutschland, die ursprünglich bis Anfang Mai andauern sollten, unmöglich geworden und haben die indische Filmcrew dazu veranlasst, sich kurzfristig nach neuen Film-Locations umzuschauen.

Herr Singhania bedauert dies sehr, da Deutschland ein sehr schönes Land sei und das Interesse indischer Produzenten an Deutschland als Location sehr hoch ist. Er hofft für die Zukunft auf eine bessere Zusammenarbeit zwischen den deutschen Filmlocations und -Commissions und indischen Produzenten.

Indische Spontanität trifft auf deutsche Bürokratie

Dass hierbei beide Seiten voneinander lernen müssen, scheint deutlich zu werden, wenn man sich die unterschiedliche Art, wie in beiden Ländern Filme produziert werden anschaut: Indische Filmemacher sind sehr spontan und flexibel, sowohl was die Locations angeht, als auch die Besetzung der Filmrollen oder beim Umschreiben des Drehbuchs. Klappt es nicht mit der Drehgenehmigung für eine bestimmte Location, so wird kurzfristig ein anderer Drehort gesucht und dort gedreht. Hat der Regisseur während der Dreharbeiten plötzlich eine ganz neue Idee, so wird das Drehbuch kurzerhand umgeschrieben. Kann einer der ursprünglich geplanten Darsteller des Films seine Rolle, aus welchen Gründen auch immer, nicht übernehmen, wird schnell Ersatz gefunden. Kurz: nichts scheint festzustehen, alles kann verändert werden.

Dass mit einer solchen Mentalität die deutschen Co-Produzenten und Berater, die für einen reibungslosen Ablauf der Dreharbeiten sorgen sollen, schwer zu kämpfen haben, ist eindeutig, da viele Dinge auf bürokratischem Wege und dementsprechend auch langwierig geplant und organisiert werden müssen. Dies jedoch widerspricht der indischen Art, Filme zu drehen und es kommt zu Konflikten.

Ein besseres Verständnis beiderseits füreinander und die jeweils andere Kultur, würde in Zukunft einen solchen negativen Ausgang einer Deutsch-Indischen Zusammenarbeit möglicherweise verhindern. Es bleibt zu hoffen, dass diese erste große Bollywood-Produktion in Deutschland nicht auch die letzte gewesen sein wird und keine abschreckende Wirkung für andere an Deutschland interessierte indische Produktionen hat.

 


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