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Was Sie über die Filmindustrie Bollywood wissen sollten

Bollywood bezeichnet Indiens größte Filmindustrie. Filmcity befindet sich in Mumbai, dem ehemaligen Bombay. Daher auch der Name Bollywood - eine Wortkreation aus "Bombay" und "Hollywood" entstanden.
Indien ist die weltweit produktivste Filmindustrie und bringt pro Jahr rund 900 Filme auf dem Markt und in die Kinos, davon sind rund 200 Filme Bollywoodfilme, d.h. in Mumbai produzierte Filme. Einige dieser Filme laufen unter "ferner liefen...", aber viele Filme werden auch sogenannte Blockbuster und schaffen es über die Grenzen Indiens oder Asiens hinaus nach Afrika, Europa und in die USA. Gerade seit den 90er Jahren werden in der westlichen Welt Bollywoodfilme immer beliebter und erfreuen sich einer stetig wachsenden Zuschauergemeinde, während sie in Asien und Afrika schon immer eine direkte Konkurrenz zu Hollywoodfilmen waren. In Deutschland ist es den Fernsehsendern "arte" und "RTL2" zu verdanken, dass die Filme aus Bollywood Aufmerksamkeit erlangten. So zeigten die Sender bereits 2004 Filme wie "Kuch Kuch Hota Hai", "Chori Chori, Chupke Chupke", "Kabhi Khushi Kabhi Gham". 2005 folgen die Austrahlungen von "Main Hoon Na" oder aber auch "Kaal".
Entgegen der landläufigen Meinung ist Bollywood kein Film-Genre. Bollywood bezeichnet lediglich die Herkunft der Filme. Daher sind Bollywood-Filme keine kitschigen Liebesfilme, sondern unterteilen sich, wie alle Filme in verschiedene Genres wie Komödie, Drama, Action, Horror...Dennoch lassen sich einige Gemeinsamkeiten in allen Bollywood-Filmen wiederfinden: Musik ist ein wichtiger Bestandteil in allen Filmen, Bollywood- Filme sind im Vergleich zu anderen (westlichen) Filmen sehr lang, d.h. sie haben eine durchschnittliche Spielzeit von zwei bis drei Stunden. Das ist auch der Grund, warum die Filme nach der Hälfte der Spielzeit eine "Intermission" (Unterbrechung) haben.
Die Masala-Filme (Masala=Gewürzmischung) enthalten alles, was ein (für´s indische Publikum) guter Film enthalten muss: Drama, Komik, Liebe, Trauer, Tanz und Gesang. Die meisten Bollywoodfilme unterscheiden sich jedoch in einem Punkt vom typischen Musical: die Bollywood-Stars singen nicht selbst, sondern bewegen lediglich ihre Lippen (mehr oder weniger synchron) zur Playback-Musik. Die wahren Sänger bekommt das Publikum selten zu Gesicht.
Werden in Indien Musik-Videos gezeigt, so sieht man dort Filmszenen aus aktuellen und beliebten Filmen, in welchen die Musik-Sequenzen zu sehen sind. Es sind nicht die Sänger zu sehen, sondern die Schauspieler. Das ist auch der Grund, warum diese in Indien einen besonders hohen Status haben und als Helden von Jung und Alt gefeiert werden. Ja, auch von Jung, denn Bollywood-Filme haben meist keine Altersbeschräbnkung; sie sind gemacht für die ganze Familie, die ins Kino geht und von ihrem Alltagsleben abschalten will. Daher sind die meisten Themen der Filme eher idealistisch denn realistisch dargelegt, spiegeln aber gleichzeitig die Werte und Normen der Gesellschaft wider.

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