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Interviews (bis 2010)
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Willkommen, heute ist der 16.08.2018 :: English ::
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Interview mit Panjabi MC

Im Oktober 2005 ergab sich in Köln im Club Static die Gelegenheit, Panjabi MC, einem DJ aus England zu interviewen. Rajinder Raj, wie Panjabi MC mit bürgerlichem Namen heißt, gelang vor mehr als vier Jahren der internationale Durchbruch mit seinem Knight Rider-Remix "Mundian To Bach Ke". In seinen Songs vermischt Panjabi MC traditionelle Bhangramusik aus Indien mit Hiphop und RnB. Er ist einer der maßgeblichen Pioniere dieser Musikrichtung und dort dementsprechend nicht mehr wegzudenken.

 

Herzlich willkommen in Köln. Wie oft waren Sie schon in Deutschland?

 

Panjabi MC: Hi, willkommen! Ich komme eigentlich recht oft nach Deutschland. Im Moment arbeite ich jedoch an meinem neuen Album. Daher habe ich im letzten Jahr nicht mehr so viele Shows hier machen können, also vielleicht nur höchstens eine im Monat.

 

Und jedes Mal hier in Deutschland sind auch die Bhangra Brothers dabei.

 

Panjabi MC: Ja, unter anderem natürlich.

 

Wann kommt Ihr neues Album heraus?

 

Panjabi MC: Ich werde es wahrscheinlich noch dieses Jahr veröffentlichen, aber offen gestanden bin ich noch nicht sicher. Falls es dieses Jahr nicht mehr rauskommt, dann aber definitiv früh im nächsten Jahr. Eine Single wird es 2005 jedoch auf alle Fälle noch geben.

 

Gibt es schon einen Namen für Ihr neues Album?

 

Panjabi MC: Nein, noch nicht. Wissen Sie, uns schwirren noch so viele Namen im Kopf herum und im Moment haben wir noch keine Ahnung, welcher dieser Namen das Rennen machen wird. Es kann am Ende aber auch sein, dass das Label den Namen ändert. So ist das eben.

 

Handelt es sich dabei um allesamt neue Songs oder sind auch ein paar alte dabei?

 

Panjabi MC: Nein, das sind alles natürlich neue Songs, wenn auch nicht "brandneu". Aber ich verspreche, dass diese Lieder vorher noch keiner gehört hat. Einige Stücke habe ich zum Beispiel schon 2001 geschrieben, jedoch bis heute nicht veröffentlicht. Und eben diese kommen nun in mein neues Album.

 

Ich habe gehört, dass Sie einige Angebote aus Bollywood hatten. Reine Filmmusik oder worum handelt es sich dabei?

 

Panjabi MC: Stimmt, ich habe Angebote aus Bollywood, aber das Ding mit den Filmen ist, dass in Bollywood jede Woche immer ein Haufen von Filmen veröffentlicht werden, vielleicht 250. Und wenn du dann einen Soundtrack produzierst und der Film nicht erfolgreich ist, dann landest du einen großen Flop. Daher ist es manchmal einfach besser, lieber doch nicht mitzumischen. Ich hatte in der Vergangenheit ein Angebot, das ich leider für immer noch nicht gut genug befunden habe.

 

Was für Filme sind das denn, Liebesgeschichten, Thriller... ?

 

Panjabi MC: Nee, Horrorfilme natürlich! (lacht)

 

So wie "Kaal"? Kennen Sie den Film?

 

Panjabi MC: Ja klar, aber die Angebote waren ausschließlich für ernstere Filme. Meine Musik wurde bisher größtenteils für solche ernsten Filme genutzt.

 

Welche denn zum Beispiel?

 

Panjabi MC: Da gab es einen Film , der hieß "Boom". Ehrlich gesagt habe ich den Film noch nie gesehen, ich weiß nur, dass Amitabh Bachchan die Hauptrolle spielt. Aber sie haben meine Musik verwendet. Ich habe die Musik nicht für den Film produziert, aber sie haben sie verwendet.

 

Gut, lassen Sie uns das Thema wechseln. Glauben Sie an Gott?

 

Panjabi MC: Ich glaube an den Schöpfer.

 

Wer ist dieser Schöpfer für Sie?

 

Panjabi MC: Der Schöpfer, der uns geschaffen hat.

 

Welche Religion praktizieren Sie?

 

Panjabi MC: Ich gehöre der Sikh-Religion an. Und ich glaube an diese Religion, ja ich bin stolz darauf ein Sikh zu sein. Das Problem liegt nur darin, dass ich diese Religion nicht praktiziere. (lacht)

 

Was ist das Besondere an diesem Glauben?

 

Panjabi MC: Sikhismus ist sehr weltoffen. Wir glauben an jeden. Wir glauben, dass es nur einen Gott gibt. Nicht, dass Gott ein einziger ist, aber das jeder Gott letztlich derselbe ist. Und wir glauben an die Philosophie. Wer einen Glauben hat, hat auch einen Grund an etwas zu glauben. Und der Schöpfer schuf uns. Auch wenn Sikhs in Ihrem Glauben recht fundamental sind, bleiben Sie doch stolze Kämpfer.

 

Wie genießen Sie Ihren Erfolg, kam er für Sie überraschend?

 

Panjabi MC: Definitiv überraschend, weil ich auch davor schon eine Menge Shows gemacht habe, aber jetzt nimmt alles viel größere Ausmaße an. Also obwohl ich im Kern eigentlich immer dieselben Shows mache wie vorher auch.

 

Ich habe gelesen, dass Sie in Ihren frühen Tagen, als Sie mit dieser Musik angefangen haben, Morddrohungen erhalten haben, weil Sie Punjabimusik verwendet haben. Warum so krass?

 

Panjabi MC: Meine Musik weicht deutlich von traditioneller Musik ab. Ich habe damals etwas ganz anderes aus der Musik dieser fundamentalen Leute gemacht, die damit wahrlich nicht glücklich waren.

 

Aber sollten die nicht glücklich gewesen sein, dass Sie ihre Musik populär gemacht haben?

 

Panjabi MC: Jaja, stolz ja, aber erst jetzt. Und das nur, weil diese Musik populär geworden ist. Aber damals haben sie einfach nur gesagt "Was macht der Idiot da?"

 

Wie sieht es mit Ihren Zukunftsplänen aus?

 

Panjabi MC: Wie gesagt, ich arbeite an meinem neuen Album, das mir wenig Zeit lässt, um mich showmäßig oft in Deutschland blicken zu lassen. Der Albumname ist noch nicht da, kommt aber bald. Danach wird es auch endlich mehr Desi Shows geben.

 

Auch in Deutschland?

 

Panjabi MC: Ja, überall. In Deutschland natürlich auch!

 

Vielen Dank für dieses Gespräch und unsere besten Wünsche für die Zukunft.

 

Panjabi MC: Dankeschön!

 

Das komplette Interview, dass Alexandra Ccahuana Tito führte können Sie bei Theinder.net nachlesen.

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