Über Bollywood
Cinema_History
Golden_Oldies
Special_Features
Cover_Stories
interviews_neu
profiles
Bollywood Dance
Musik & Musiker
Bollywood im Kino
Eventankündigungen
Indien - Allg. Infos
Heilige Tiere
states
Kurioses aus Indien
indian_cooking
BNA Magazin
Bollywood Reporter
Foto-Archiv
Interviews (bis 2010)
Suche



Guten Tag, heute ist der 20.06.2018 :: English ::
Sie befinden sich hier: Interviews (bis 2010) / Interview mit Vivek Singhania / 

Interview mit Vivek Singhania

Vivek Singhania ist Produzent von den Filmen "Na Tum Jaano Na Hum" (2002) mit Saif Ali Khan, Hrithik Roshan und Esha Deol und "Chura Liyaa Hai Tumne" (2003), mit Zayed Khan, Gulshan Grover und Esha Deol. Beide Filme wurden auf dem Stuttgarter Filmfestival "Bollywood and Beyond" gezeigt.

BNA. Germany sprach mit ihm über seine zukünftigen Pläne, die Vivek Singhania ins internationale Filmgeschäft ziehen...

 

BNA: Sie schauen sich momentan mehr nach internationalen Co-Produktionen um. Haben Sie von Bollywood die Nase voll?

Vivek Singhania: Nein, bezüglich Bollywood kann ich sagen, dass ich das Geschäft kenne – ich bin in diesem Geschäft. Vielleicht kennen Sie ja einen meiner Filme? Er heißt „Na Tum Jaano Na Hum“. Im Moment schaue ich eher nach Möglichkeiten einer Co-Produktion, weil mich der globale Markt interessiert. Bollywood Filme machen wir hauptsächlich für das indische Kino, auch wenn einige Filme auch den westlichen Markt erobern. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in welchen das Publikum gerne Mainstream Bollywood schauen. Das ist in den USA nicht der Fall. In Großbritannien hingegen ist der Markt überfüllt. Aber wir machen unsere Filme für den indischen Markt. Daher sind unsere Geschäfte außerhalb des Landes sehr beschränkt. Wenn wir Mainstream Bollywood machen, dann sicher wegen des Geldes. Es handelt sich dabei um kommerzielles Kino. Wir bekommen von niemandem Geld, das wir nicht auch zurückzahlen müssen. Auch seitens der Regierung erhalten wir keine Unterstützung. Daher sind wir gezwungen, Filme zu machen, die jedem sein Geld einbringen. Co-Produktionen haben den Reiz, dass die Filme von einem größeren Publikum gesehen werden, sei es in England, Deutschland, Italien, der Schweiz… überall in der Welt. Das ist eines der Gründe, weshalb ich nach Co-Produzenten suche- und sicher auch aus finanziellen Gründen, weil dadurch der Markt größer wird.

 

BNA: Werden Sie bei Ihren Co-Produktionen auf den indischen Stil, bzw. dem, was Masala Movies ausmacht verzichten?

Vivek Singhania: Ich glaube nicht, dass ich Masala Movies machen werde. Mainstream Bollywood ist nicht das, was ich in Co-Produktionen machen will, da ich denke, dass kein Co-Produzent wüsste, wie man solche Filme vermarktet. Wenn von Co-Produktionen die Rede ist, meine ich damit Produzenten aus zwei, drei verschiedenen Ländern, die zusammen einen Film produzieren. Und diese Filme sollten den Beyond-Stil haben und trotzdem indische Elemente enthalten, so wie beispielsweise in „Monsoon Wedding“. Genau nach solcher Art Co-Produktionen halte ich Ausschau.

 

BNA: Ist das der Grund, weshalb Sie hier sind: weil Sie Geschäftspartner für Co-Produktionen suchen?

Vivek Singhania: Ja, und ich habe auch schon interessante Leute kennen gelernt. Ich war auch schon letztes Jahr hier. Bevor ich nach Mumbai zurück fahre werde ich die letzten beiden Tage noch weitere Leute kennen lernen. Ich möchte irgendwas in Deutschland machen und ich glaube auch, dass die Deutschen die Zusammenarbeit mit Indien sehr ernst nehmen.

 

BNA: Ist es schwierig, Kontakte zu knüpfen oder sie von Ihren Ideen zu überzeugen?

Vivek Singhania: Bevor ich ein Projekt beginne, kann ich nicht versuchen, jemanden davon zu überzeugen. Wenn dies jemand versucht, wird nichts klappen. Mein Partner würde sich am Ende der Zusammenarbeit unbefriedigt fühlen. Ich schlage lieber einige meiner Ideen vor. Wenn der Partner an der einen oder anderen Idee interessiert ist, fangen wir an. Wenn jemand eine Idee gut findet, wird es gemacht, aber zu versuchen, jemanden zu überzeugen: das ist keine gute Idee.

 

BNA: Hilft Ihnen dieses Film Festival, Ihre Ziele zu erreichen?

Vivek Singhania: Dieses Festival (in Stuttgart; Anm.d.Red.) ist nicht für Co-Produktionen konzipiert. Aber es hilft mir, ein anderes Ziel zu erreichen: die Popularität meiner Filme auf einem neuen Markt zu erhöhen. Oliver Mahn und Wiebke Reiß haben hier wirklich gute Arbeit geleistet.

 

BNA: Was werden Sie Ihren Bekannten in Indien über dieses Festival erzählen?

Vivek Singhania: Oh, sie wissen, dass ich es mag. Ich war letztes Jahr schon hier und finde es toll.

 

BNA: Sind Ihre Bekannten daran interessiert, etwas über dieses Festival zu hören oder ist es ihnen egal?

Vivek Singhania: Jeder in Bollywood freut sich, dass sich Deutschland uns geöffnet hat.

 

BNA: Scheinbar sind aber einige Produzenten wie Yash Chopra oder Karan Johar nicht am deutschen Markt interessiert?

Vivek Singhania: Jeder Produzent verfolgt eigene Pläne und Interessen. Ich kann nicht für Yash Chopra sprechen, aber ich kenne viele Produzenten, die den deutschen Markt ernst nehmen. Jedoch muss man wissen, dass wir die gesamten Filmrechte an den Vertrieb verkaufen. Daher ist es nicht mehr in unseren Händen, wie der Film promotet wird.

 

BNA: Als Produzent können Sie nicht den Vertriebsweg kontrollieren?

Vivek Singhania: Nein, weil wir alle rechte verkaufen. Meine beiden Filme werden von verschiedenen Firmen vertrieben. Ich erzählte beiden Firmen, dass ich meine Filme gern hier beim Festival gespielt haben möchte und sie taten es. Sie nehmen schon das Festival in Stuttgart und auch den deutschen Markt sehr ernst.

 

BNA: Was ist das Besondere an Deutschland, dass Sie so interessiert sind?

Vivek Singhania: Bollywood wird hier sehr geschätzt. Bei anderen Festivals wird kein Bollywood Mainstream gezeigt. So ein Festival gibt es auch nicht in Indien. Bei Film Festivals in Indien wird alles andere gezeigt, nur kein Bollywood.

 

BNA: Sollte beim Festival der Schwerpunkt eher auf Bollywood oder eher auf Beyond Bollywood liegen? Wie Wiebke Reiß sagt, wird der Beyond-Teil noch größer werden.

Vivek Singhania: Wenn Sie mich fragen, dann eher auf Bollywood. Ich selbst mache Bollywood Filme. Und wenn ich mir anschaue, welche Filme die meisten Zuschauer hat, dann sind es Hrithik Roshan-Filme oder die Filme mit Salman Khan oder Saif Ali Khan.

 

BNA: Wären Sie dann nicht traurig, wenn der Schwerpunkt auf den Beyond-Teil gelegt wird?

Vivek Singhania: Nein. Ich denke, meine Ziele werden gut realisiert. Die deutschen Vertriebsfirmen, die indische Filme kaufen, kaufen Bollywood Filme und selbst die großen Fernsehsender wie RTL2 zeigen Bollywood Filme.

 

Copyright©by BNA-Germany.com. All rights reserved

- Anzeigen -