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Willkommen, heute ist der 16.08.2018 :: English ::
Sie befinden sich hier: Eventankündigungen / "Bollywood And Beyond" / Bollywood And Beyond - Zukunft / 

Im Gespräch mit der Festivalleitung

Die Erwartungen an das dritte Indische Filmfestival waren von den Besuchern dieses Jahr sehr hoch, da es bereits das letzte Jahr ein Riesenerfolg gewesen war. Dementsprechend enttäuscht waren einige Besucher schon vor Beginn des Filmfestivals aufgrund der Programmplanung und Organisation. Viele von Bollywood-Fans erwarteten Filme standen erst gar nicht im Programm, da nach Aussage der Programmchefin Wiebke A.C. Reiß nicht "Bollywood", sondern "Beyond"  den Schwerpunkt des diesjährigen Festivals bilden sollte.

 

Bereits der Eröffnungsfilm "Mixed Doubles", der von DVD abgespielt wurde, war für die meisten Besucher eine herbe Enttäuschung - zumal ursprünglich "Provoked" als Eröffnungsfilm angekündigt wurde - und es machte sich Unmut unter den Gästen breit, auch weil jeden Tag neue Programmänderungen auf dem Plan standen.

 

Sicher ist es schwer, die Maßstäbe, die sich die Festivalleitung durch den Erfolg im letzten Jahr gesetzt hat, zu halten. Darum sprach BNA-Germany mit dem Festivalleiter Oliver Mahn und mit der Programmchefin Wiebke A.C. Reiß über die Hintergründe, Grundgedanken und die Zukunft des Indischen Filmfestivals. Wie man bereits in der Süddeutschen Zeitung lesen konnte, kündigte Stuttgarts Bürgermeister Schuster während des Weinfestivals in Mumbai, der Partnerstadt von Stuttgart an, dass das Indische Filmfestival bis zum Jahr 2008 das größte seiner Art außerhalb Indiens werden soll. Auf die Frage, was das Festival zukünftig zum größten machen soll, antwortete Herr Mahn, dass weniger die Quantität der gezeigten Filme, als an der Qualität des gesamten Programms darüber entscheidet. Ziel sei es nicht, einen Film mehr zu zeigen, als die anderen Indischen Filmfestivals in Florenz oder Los Angeles. Statt dessen sollen Open Air Vorstellungen und Fashion Shows wieder ins Programm genommen werden und der Bereich Musik, Tanz und Gesang ausgebaut werden. Ein weiteres Ziel sei es auch, dass sich die Besucherzahlen bei 10.000 bis 20.000 Festivalsbesuchern einpendeln.

 

Oliver Mahn, Festivalleiter

 

Allerdings hängt die gesamte Festivalsplanung von den finanziellen Mitteln ab. Fehlende Gelder seien auch dieses Jahr Grund für die Reduzierung des Programms gewesen. Die Stadt Stuttgart beteiligte sich mit 50.000 Euro an den Kosten, alle weiteren Kosten würden durch Sponsoren, unter ihnen der Hauptsponsor Andreas Lapp, finanziert. Jedoch reichten die finanziellen Mittel nicht dazu aus, wie im Jahr 2005 auch dieses Jahr wieder Open Air Kino oder eine Fashion Show zu bieten. Viele Filme, die in der Programmplanung gewesen seien, wären nach Aussage von Herrn Mahn entweder nicht fertiggedreht gewesen ( Filme mit Shahrukh Khan oder Amitabh Bachchan) oder schlichtweg zu teuer. Von indischer Seite gab es in dem Sinne keine Sponsoren. Vielmehr verhielt es sich hier so, dass die Produzenten und Regisseure indirekt durch ihre Filme und ihre Präsenz auf dem Festival einen Teil der Kosten trugen. Trotz dieser Probleme bleibt Herr Mahn optimistisch, was die Zielsetzung für das Jahr 2008 betrifft. Er hofft dabei, dass sich die Zahl der Sponsoren in den nächsten Jahren erhöhen wird und auch die Stadt selbst zukünftig mehr Geld zur Finanzierung des Festivals in Stuttgart beisteuere, da das Indische Filmfestival nicht nur Besucher aus der Region, sondern aus ganz Deutschland und sogar Indien anlocke, so Herr Mahn.

 

Wiebke A.C. Reiß, Programmleiterin

 

Bezüglich des diesjährigen Programms und der Filmauswahl sprach BNA-Germany mit der Programmchefin des Filmfestivals Frau Wiebke A.C. Reiß. In ihrer Planung werde sie nach eigenen Angaben von der Kuratorin Uma Da Cunha, dem Kurator und Filmemacher Naresh Sharma, sowie dem Produzenten Vivek Singhania beraten. Dabei werde Wert darauf gelegt, im Rahmen des Indischen Filmfestivals vor allem solche Filme zu zeigen, die der Besucher sonst nirgends sehen könne. Der ernstere Film stehe dabei im Vordergrund, da Bollywood Filme, wie sie beim Fernsehsender RTL2 gezeigt werden "immer das Gleiche" wären, es gehe dort immer um "Liebe und Herzschmerz", wie Frau Reiß sagt. Die Zuschauer seinen solche Filme satt und wollen andere, ernsthaftere Filme sehen. Dies sei auch der Grund, deshalb der Schwerpunkt des Festivals auch nicht "Bollywood" sondern "Beyond" sei. Frau Reiß wehrt dabei Zweifel ab, ob sich das Festival unter einem solchen Aspekt langfristig halten wird. Wie sie erklärt, kämen gerade weil der Schwerpunkt auf dem "Beyond"-Teil liegt, soviele Besucher zum Festival. Unser Eindruck war jedoch ein anderer... 

 

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