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22.03.2009 Von: Manoj Srivastava

Die Frühjahrsernte bringt neue Hoffnungen für Bollywood

Der vergangene Monat in Indien war sehr gewinnbringend für das Indische Kino, wenn man sich einmal anschaut, welche Filme herausgekommen sind. Eine frische Welle an Experimenten bezügliche der Stories zeigen Filme wie "Dev D", "Little Zizou", "Barah Anna", "Aloo Chat", "13B" und "Straight".


Manoj Srivastava

"Dev D" ist an sich schon ein sehr einzigartiger Film, von der Art der Improvisation in der auf Sharatchandras Original-Roman basierte moderne Devdas Version. Der Stil ist frisch, die Charaktere super, der Umgang mit den Charakteren einzigartig und die Bilder und die Musik unterstützen die Erzählung gut. Ich gehe davon aus, dass der Film in fünf Jahren bereits zum Kultfilm geworden ist. Der Song "Tauba tera jalwa, tauba tera pyar, tera emosional atyachar" hat eine neue Reichweite erfahren. Die Worte "Emotional Atyachar" bedeuten "emotionale Folter" und sind zeitgemäss. Auch die Musik nimmt einen gefangen.  Wie auch der Original-"Devdas", schaut auch die moderne Version auf das Leben von sehr unterschiedlicher Perspektive. Das ist Teil der Interpretation der Vorlage durch den Regisseur. Abhay Deol kommt als Schauspieler in dem Film in die Jahre.

Sooni Taraporewala begann ihre Karriere mit Filme-Schreiben wie für "Salaam Bombay", "Missisippi Masala" und "The Namesake" und hat nun ihr Regie-Debüt mit "Little Zizou", einer komplexen Geschichte zweier Parsi-Hauswalte in Mumbai. Der 11-jährige Little Zizou,oder Xerxes ist ein fussballverrückter Parsi-Junge, dessen Idol der Fussballer Zidane ist. Er verehrt die mütterliche Mrs Pressvala, aber Zizous Vater und Mr Pressvala vertragen sich nicht aufgrund zu unterschiedlicher Ideologien und der Ärger beginnt. Als rührende Komödie bereichert "Little Zizou" das Kino durch die frische Erzählweise und der Darstellung zwischenmenschlicher Beziehungen.

"Barah Anna" bedeutet wörtlich "Zwölf Annas" oder "Dreiviertel einer Rupie" und ist Teil eines alten indischen Spruchs. Vielleicht ist es die Geschichte von Dreiviertel der indischen Bevölkerung, die wie im Film in Armut leben. Ein Wachmann, gespielt von Vijay Raaz, arbeitet Tag und Nacht und verrichtet für einen reichen Wohnungseigentümer niedere Dienste für den mickrigen Lohn von 200 Rupien, um die Behandlung seines Sohnes bezahlen zu können. Ein Taxifahrer, gespielt von Naseeruddin Shah, wurde von seinem Bruder für tot erklärt und wird von der Frau seines Arbeitgebers sehr fies behandelt. Ein Kellner, gespielt von Arjun Mathur, muss mit den rassistischen Beleidigungen der reichen Gäste leben und plant, der extremen Armut zu entkommen. Regisseur Raja Menon geht sehr behutsam und das auch erfolgreich mit der Darstellung der Charaktere um und entwickelt daraus eine interessante Story.

Madhavan und Neetu Chandra spielen in "13B". In diesem Thriller geht es um die Frauen eines Haushalts, die sich jeden Nachmittag um Eins die TV-Serie 'Sab Khairiyat – All is well' anschauen. Zur gleichen Zeit fangen die Männer des Hauses an, seltsame Erfahrungen zu machen, während sich die Persönlichkeiten der Frauen in alle möglichen Richtungen verändern. Dies ist der Debüt-Film von Vikram K Kumar, der sich selbst von allen gängigen Bollywood Horrorfilm-Klischees befreit hat und eine neue Sprache spricht. Madhavan spielt seine Rolle hervorragend und wird unterstützt von Murli Sharma. 

"Aloo Chat" ist eine weitere Komödie. Hier geht es um einen typischen Delhi Punjabi Jungen, der versucht, seine Mittelklasse-Familie von seiner geplanten Hochzeit mit einem muslimischen Mädchen, das er im Westen getroffen hat, zu überzeugen. Dazu stellt er zunächst seinen Eltern ein typisch westliches Mädchen vor und betont dabei all ihre negativen Seiten, um anscliessend die Eltern davon überzeugen zu können, dass seine muslimische Freundin Aamna doch wesentlich besser in die Familie passt. Robby Grewal, der Regisseur des Films, konnte hier die Komödie sehr erfolgreich darstellen.

Der Film "Straight" erzählt die Geschichte von Pinu, einem nervösen Mann Mitte Vierzig, der unter verschiedenen Ängsten und Komplexen leidet. Er hat Angst davor, ausgelacht zu werden, Angst vor Frauen, Freundschaften etc. All diese Ängste halten ihn davon ab, ein normales Leben zu führen. Er besitzt ein Restaurant in London und sein Leben ändert sich, als ein Koch und eine Kassiererin bei ihm anfangen. Der Koch ist ein super Stand-Up Comedian und die Kassiererin ist Kunst-Studentin. So entwickelt sich das Restaurant bald zu einem lustigen, lebendigen und künstlerischen Ort und Pinu erlangt seine Selbstsicherheit zurück, dank seiner neuen Freunde. Vinay Pathak, als Pinu Patel ist ebenso hervorragend, wie der Regisseur des Films Parvathi Balagopalan. 


"Gulal", der Film von Anurag Kashyap konnte hingegen, obwohl er ein zeitgemässes politisches Drama ist, nicht überzeugen und die Erwartungen, die an diesen Film gestellt wurden, erfüllen.
Trotz allem; die meisten dieser neuen Filme bringen frischen Wind in das Indische Kino. Meine persönliche Must-Watch-Liste besteht in den kommenden Wochen aus "Mi Shivajirao Bhosle Boltoy"  (I am Shivajirao Bhosle Speaking) und "Ek".

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